Raus aus dem Elternhaus und rein in die eigenen vier Wände. Zwischen dem Schulabschluss und dem Ausbildungsstart steht für viele Azubis ein Umzug an. Gerade in Großstädten kann die Suche nach einer geeigneten und vor allem bezahlbaren Bleibe jedoch ganz schön schwierig werden. Denn Wohnraum ist Mangelware. Insbesondere wenn du neu in eine fremde Stadt ziehst, solltest du daher über Alternativen zu einer kleinen Single-Unterkunft nachdenken. Hier findet du die Vor- und Nachteile zu WGs, Wohnheimen und Wohnen für Hilfe sowie Tipps zur Finanzierung.

Single-Wohnung versus WG oder Wohnheim

Bevor du dich auf die Suche begibst, solltest du dir überlegen, welche Wohnform für dich am besten geeignet ist. In deiner eigenen Bleibe hast du allein das Sagen. Du musst keine Rücksicht auf Mitbewohner nehmen. Ein Nachteil: Da du als Azubi nicht viel Geld zur Verfügung hast, wird die Unterkunft vermutlich recht klein ausfallen. Zudem kann es – vor allem wenn du die Stadt noch nicht gut kennst – auch mal einsam werden. Lebst du alleine, musst du dich um alles kümmern: Verträge abschließen, einkaufen, kochen und putzen. Ein eigenes Appartement ist in jedem Fall die teuerste Variante. Günstiger wird es in einem Wohnheim. Dort hast du ein eigenes Zimmer, häufig mit Bad, die Küche wird zumeist gemeinsam genutzt. Auch dort bist du recht ungebunden, findest aber schnell Kontakt zu Gleichaltrigen und -gesinnten.

Etwas persönlicher wird es in einer WG. Küche und Bad sind Gemeinschaftsräume – das macht es für alle günstiger. Ebenso teilen sich die Bewohner die Kosten für Internet, Telefon und Strom. Es gibt Putz- und manchmal ebenfalls Einkaufslisten. Versorgt sich jeder selbst, wird trotzdem immer mal wieder gemeinsam gekocht und gefeiert. Wer in eine bereits bestehende WG zieht, hat es einfacher. Denn Internet- und Fernsehverträge können häufig übernommen werden. Für die Küche und das Bad werden zumeist keine neuen Möbel benötigt. Auch das spart Geld und Zeit. Und die Mitbewohner nehmen dich abends direkt mit raus und zeigen dir die Stadt.

Eine echte Alternative: Wohnen für Hilfe

Eine weitere Möglichkeit für Azubis, die immer öfter genutzt wird: Wohnen für Hilfe. Dabei bringen Agenturen junge Menschen und Senioren oder Familien als Wohnpartner zusammen. Entweder komplett kostenlos oder zumindest deutlich vergünstigt stellen Menschen Zimmer oder ganze Wohnungen zur Verfügung. Im Gegenzug erhalten sie dafür Unterstützung von ihren Mietern – etwa im Garten oder im Haushalt. Vorab wird genau festgehalten, wie viele Stunden du arbeiten und welche Art von Aufgaben du übernehmen musst.

Der Umzug in die erste eigene Wohnung ist aufregend.
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Finanzierungshilfen für Azubis

Egal für welche Form du dich letztlich entscheidest, überlege dir vorab genau, wie du leben möchtest. Denn das Wohnen wird während der Ausbildung die größten Ausgaben ausmachen. Wichtig ist darum, dass du vorab berechnest, wie viel Geld du für deine neue Bleibe im Monat ausgeben kannst. Bei den auf Immobilienportalen ausgewiesenen Preisen handelt es sich zumeist um die Kaltmieten. Du musst also noch Geld für die Nebenkosten – etwa für den Hausmeister, Müll, Treppenhausreinigung, Wasser sowie Strom, Internet und Fernsehen – dazu rechnen. Azubis können häufig eine finanzielle Hilfe beantragen: Je nach Situation und Bedarf erhältst du etwa Berufsausbildungshilfe (BAB), BAföG sowie Wohn- oder Kindergeld.

Besichtigung meistern

Hast du dich vorbereitet, beginnt die Suche über die Immobilienportale. Dort kannst du die Auswahl direkt nach den gewünschten Wohnformen und Stadtteilen filtern. Wenn du eine passende Bleibe entdeckst, setze dich schnellstmöglich mit den Vermietern oder Mitbewohnern in Verbindung. Denn die Wohnungen sind in insbesondere in Großstädten schnell vergeben. Mit etwas Glück wirst du wenige Tage später zur Besichtigung eingeladen. Um deine Chancen zu erhöhen, solltest du ein paar Ratschläge beachten: Triffst du dich mit dem Vermieter, zieh dich ordentlich an. So machst du einen sympathischen Eindruck. Bring ruhig deine Eltern oder eine andere vertraute Person mit: Vier Augen können Mängel an der Wohnung schneller erkennen – gerade wenn du aufgeregt bist. Lernst du hingegen die potenziellen neuen Mitbewohner einer WG kennen, geh alleine zum Termin. Wichtig: Verstelle dich nicht. Schließlich wollt ihr euch persönlich kennenlernen und später miteinander gut auskommen.

Außerdem solltest du alle geforderten Unterlagen direkt mitbringen – etwa eine Gehaltsabrechnung, falls schon vorhanden, oder eine Bürgschaft. Letztere wird gerade bei jungen Menschen häufig angefordert. Sie gibt dem Eigentümer Sicherheit: Solltest du irgendwann die Miete nicht mehr zahlen können, verpflichten sich etwa deine Eltern dazu, im Notfall einzuspringen.