Die Schule ist geschafft, der Uni-Abschluss in der Tasche. Jetzt gilt es, den passenden Ausbildungsberuf oder den richtigen Job zu finden. Keine leichte Aufgabe, denn die Möglichkeiten sind vielfältig und die Zeit zur Orientierung meist begrenzt. Mehrwöchige Praktika sind zeitaufwendig und meist schlecht bezahlt. Neue Perspektiven bietet das Konzept „Job-Shadowing“, bei dem es sich um eine relativ neue Art der Berufsorientierung handelt.

Werde zu einem „Schatten“

Dabei begleitet man Menschen in verschiedenen Berufen, wenige Tage oder auch mehrere Wochen lang. Das Besondere daran: Man selbst greift dabei nicht ins Geschehen ein, sondern beobachtet den Arbeitenden nur – wird zu seinem „Schatten“. So lässt sich meist ein authentischer Einblick in den Arbeitsalltag gewinnen, von den einzelnen Tätigkeiten bis hin zum Arbeitsklima. Egal ob in den Schul- oder Semesterferien, nach dem Abschluss oder als Auszeit im Studium oder Job: „Beschatten“ kann jeder, viele Unternehmen sind offen für Anfragen. Und der Aufwand für beide Seiten ist gering. Inzwischen bieten schon mehrere Unis und FHs die Vermittlung der Praktikums-Alternative an.

Gute Vernetzungsmöglichkeiten

Job Shadowing, ursprünglich aus den USA kommend und dort hauptsächlich genutzt, um High-School-Schülern einen ersten Berufseindruck zu vermitteln, ist als Begriff in Deutschland noch eher unbekannt. Das Prinzip eignet sich aber auch für Schüler, Studierende und (Hoch-) Schulabsolventen. Natürlich ersetzt Job-Shadowing kein Praktikum. Dinge wie Betriebsklima, Arbeitsalltag und den Umgang mit Kollegen bekommen die „Schatten“ aber gut mit. Nicht zu unterschätzen sind zudem die Vernetzungsmöglichkeiten: Die entstandenen Kontakte können für Praktika, Werkstudententätigkeiten oder sogar Jobangebote genutzt und vertieft werden. Das lohnt sich auch für Unternehmen, schließlich kann aus dem Schatten von heute der Azubi von morgen werden.

Tipps fürs Job-Shadowing:

  • Netzwerke so viel wie möglich.
  • Kontaktiere lieber kleine Unternehmen als große.
  • Du kannst auch nur nach zwei oder drei Tagen fragen.
  • Nutze auf jeden Fall soziale Medien.
  • Sei flexibel.
  • Mache deutlich, warum du ausgerechnet mit diesem einen Unternehmen arbeiten möchtest.
  • Schreibe für jeden Job, den du ausprobieren möchtest, 20 Unternehmen an, nicht zwei.